Herbstliche Augenblicke – Teil 2

Das gesunde Auge aus der Sicht des Maharishi Ayurveda – Teil 2

von Dr. Stephania Lorenz – Ingolstadt

Hilfreich erweisen sich jahrtausendealte Rezepte ayurvedischer Kräuterzubereitungen. Diese werden noch heute nach traditionellen Rezepten hergestellt. In modernen Produktionsstätten setzen sich immer mehr hochtechnisierte Verfahren und Kontrollmechanismen die korrekte Herstellung durch.

Die Produktion der Maharishi Ayurveda Präparate wurde mehrfach zertifiziert nach europäischen wurden mehrfach zertifiziert nach europäischen- und USA-Standards. Dies ist wegen der immer wieder aufflammenden Schwermetalldiskussion wichtig zu wissen.

Herstellung Ayurvedischer Zubereitungen in Delhi (Photo: Dr. Stephania Lorenz)

Herstellung-Ayurvedischer-Zubereitungen

Therapie von Augenerkrankungen

Eine wichtige Heilpflanze für die Erhaltung der Augengesundheit ist die Amla-Beere (Amalaki), auch als Chakchushya (= Augenstärker) bekannt:

  • Vitamin-C-Bombe
  • Alle 13 Verdauungsfeuer werden gestärkt
  • Leberprotektiv, Cholesterolsenker
  • Rasa und Rakta stärkend, Pittaregulation
  • Nährt Gehirn und mentale Funktionen (dhi, dhriti, smriti)
  • herz- und lungenstärkend
  • Regulation von Apana-Vata (Ausscheidung über Niere, Leber, Menstruation)
  • Toxinelimination
  • Calciumresorption verbessert
  • Rasayana (Zellerneuerung, Antioxidans, Immunstimulans)

Das gesunde Auge aus der Sicht des Maharishi Ayurveda

Amalaki ist auch Bestandteil des berühmten Triphala (MA 505), das als Allroundtalent zur Verdauungshilfe und auch als Rasayana (Zellverjüngungsmittel) je nach Einnahmezeitpunkt gebraucht wird.

Ein spezielles Ghrita (Kräuterpaste MA 550) ist eine weitere Möglichkeit, um Störungen des Alochaka-Pitta und damit Augenerkrankungen positiv zu beeinflussen. Es ist äußerlich direkt am Auge anwendbar und kann auch mit warmer Milch eingenommen werden. Der Geschmack ist ziemlich gewöhnungsbedürftig, aber der Erfolg überzeugt den Patienten meist.

In meiner Praxis habe ich eine 12jährige Patientin mit beidseitigen Hornhauttrübungen unklarer Genese damit behandelt. Eine Keratoplastik war wegen des jugendlichen Alters noch nicht möglich. Die Hornhaut konnte soweit aufgeklart werden, dass dem Mädchen die Umschulung in eine Sehschwachenschule erspart werden konnte.

Wichtig für die Erhaltung des Sehvermögens und der Gesamtimmunität des Körpers ist Amrit Kalash, der „Nektar der Götter“. Als Radikalfänger wirkt es 1000fach stärker als Vitamin C und sollte in keinem ayurvedischen Behandlungskonzept fehlen.

Für entzündliche Erkrankungen am Auge hat sich die Einnahme von Weihrauch bewährt. Insbesondere Erkrankungen aus dem rheumatischen Formenkreis (Iritis, Uveitis) können damit positiv beeinflusst werden.

Ayurveda als faszinierendes energetisches System behandelt selbstredend auch mit Aromatherapie. Sandelholz und Weihrauch sind keimtötend, wirken beruhigend auf Vata- und Pittadosha.

Quantenphysikalisch erklärbar ist auch die Wirkung von Klängen (Gandharva Veda, Klangschalentherapie) auf den menschlichen Organismus. Der Klang der Natur kann den Missklang einer Erkrankung ausgleichen und die Schwingungen jeder einzelnen Zelle wieder normalisieren. Der Zusammenhang zwischen Heilung und bestimmten Klängen ist in neuerer Zeit auch von der Schulmedizin wiederentdeckt worden.

Marmapunkte entsprechen im Wesentlichen den aus der TCM bekannten Akupunkturpunkten. Sie werden jedoch nicht gestochen, sondern mit speziellen Massagetechniken und –ölen behandelt. Dabei spielt die Behandlung des sogenannten 3. Auges eine herausragende Rolle bei der Behandlung von Augenerkrankungen, aber auch seelischen Störungen.

Eine weitere erstaunlich wirksame Behandlungsmöglichkeit besteht in der Nasyatherapie. Es wird mediziniertes Reflexöl in beide Nasenlöcher gegeben und damit die Nase und die Nasennebenhöhlen von alten und neuen Ablagerungen befreit. Direkt nach der Therapie erleben die Patienten, dass sie nicht nur besser riechen können, sondern auch Gehör und Sehvermögen sich verbessert haben. Diese Therapie findet meist im Rahmen einer Pancha Karma Kur, der großen ayurvedischen Reinigungsbehandlung, statt.

Zum Pancha Karma (= Fünf Handlungen) gehören ausleitende Verfahren über Niere, Darm, Haut und Blut. Insbesondere die Synchronmassagen (Abhyanga) haben einen verblüffenden Effekt.

GheeAugenbehandlungen mit reinem oder medizinierten Ghee bzw. Ölen oder Abkochungen (Netra Tarpana oder Akshitarpana) werden ebenfalls im Rahmen einer Pancha Karma Kur eingesetzt.

Warmes Ghee (Ayurvedisches Butterfett) wird in ein aus Kichererbsenmehl geformtes Becken über den Augen gegeben. (Ich benutze dafür eine speziell umgebaute Schwimmbrille.) Die Therapie sollte über mehrere Tage in auf- und absteigender Dauer erfolgen. Eine solche Behandlung wird als sehr angenehm empfunden. Es werden nicht nur Befindlichkeitsstörungen der Augen wie Brennen und Stechen (Sicca-Syndrom) gebessert. In manchen Fällen von trockener Maculadegeneration, die schulmedizinisch nicht behandelbar ist, kam es schon zum Anstieg des Sehvermögens. Auch  die Konzepte für die feuchte Form der AMD (altersbedingte Maculadegeneration) sind in der Schulmedizin noch nicht so recht überzeugend und durchaus aufwändiger und teurer als ein Netra Tarpana.

Netra Tarpana Augen-ÖlbadIn einer Studie der Universität Graz wurde Ghee beim Sicca-Syndrom eingesetzt. Die Patienten berichteten bereits nach 5 Anwendungen ausnahmslos von einer Verbesserung der Symptomatik durch die Augenspülung mit dem ayuvedischen Butterfett. Auch ich verordne meinen Patienten oft Ghee als Nachttherapie. Jahrelang bestehende Symptome bessern sich oft schon nach 10 Tagen. Für die entzündliche Komponente empfiehlt es sich tagsüber die Augen mit Rosenwasser oder Triphala-Wasser zu behandleln.

Zur häuslichen Weiterbehandlung nach einer Pancha Karma Kur ist es empfehlenswert, individuell abgestimmte Yoga-Asanas, Fingermudras oder Pranayama (Yogische Atemtechniken oder Meditationstechniken  zu üben. Hier ist der Patient besonders gefordert, zu seiner eigenen Heilung beizutragen.

Auch in der Augenmedizin ist es wichtig, dass der Blick nicht für das Wesentliche verstellt sein sollte. Der Ayurveda zeigt, dass die umschriebene Behandlung nur eines Körperteiles nicht ausreichend für die Heilung ist. Im energetischen Gesamtkonzept des Organismus gilt es Gesundheit zu erreichen und dem Menschen ein langes, sinnvolles, erfülltes  und krankheitsfreies Leben zu ermöglichen.

Schulmedizinische Diagnostik und Therapie, kombiniert mit den Prinzipien des Ayurveda bieten für den Patienten die größten Heilungschancen. Das Zusammenspiel alter Weisheiten und modernster Technik halte ich für einen wichtigen Ansatz, um Menschen mit Augenleiden die Sicht auf die Dinge in jeder Hinsicht verbessern zu helfen. Das Einfache, das manchmal schwer zu finden ist – wie das „Eye“ des Kolumbus!

Literatur

Ammon H.P.T.,   „Die traditionelle Medizin in Indien – Ayurveda“ In: Jahrbuch für Yoga (R.Lobo, Hrsg., S. 137-158. O.W. Barth-Verlag, Scherz-Verlag, 1981)
Ammon, H.P.T., „Arzneimittel der Ayurvedamedizin“ In: Arzneimittel der komplementären Medizin (J.Reichling, W.-D. Müller-Jahncke, A. Borchardt, Hrsg., S 170-183. Govi-Verlag, Frankfurt, 2001)
Ammon, H.P.T., „Indischer Weihrauch im Labor“. In: Heilwissen versunkener Kulturen (Gisela Graichen S. 130-133, Econ Verlag, 2004)
Frawley, David und Sandra Summerfield Koza, „Yoga für Ihren Typ“, Windpferd Verlag, 2000
Lad, Vasant und Davis Frawley, „Die Ayurveda Pflanzen-Heilkunde““, Windpferd Verlag, 2000
Lele, Avinash, David Frawley und Subash Ranade, „Ayurveda and Marma Therapy“, Airlift Book Company (Taschenbuch 2003)
Müller-Busch, C. „Aktive Musiktherapie bei chronischen Schmerzen – theoretische Konzepte und Untersuchungen der Wirksamkeit“, In: Nichtmedikamentöse Schmerztherapie, Springer-Verlag Vienna, 2007, S. 171-184)
Schmut, O. „Ghee, das Gold der Ayurveda Medizin – eine klinische Studie zur Therapie des Trockenen Auges“, Power Point Präsentation der Universität Graz (persönliche Referenz)
Schrott, Ernst „Die heilenden Klänge des Ayurveda“, Karl F. Haug Fachbuchverlag, 2001
Schrott, Ernst und Cynthia Nina Bolen, „Die köstliche Küche des Ayurveda: Essen mit Leib und Seele“, (Taschenbuch, 2004)
Schrott, Ernst und Wolfgang Schachinger „Handbuch Ayurveda“, Karl F.Haug Verlag, 2005
Schrott, Ernst uund H.P.T. Ammon „Heilpflanzen der ayurvedischen und westlichen Medizin“, Springer Verlag Berlin  Heidelberg New York 2012
Schrott, Ernst, J.Ramanuja Raju, Stefan Schrott „Marmatherapie“ Goldmann Verlag München, 2009
Sena, Srikanta Ayuveda-Lehrbuch, 2 Bde., Charaka Samhita, (Vasati Verlag, 2003)

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