Der gesunde Darm – Teil 4

Der Darm als Zentrum der Stoffwechselaktivitäten des menschlichen Körpers war Thema unserer letzten Blogartikel. Der Wert eines gut funktionierenden Magen-Darmtrakts für Gesundheit und Vitalität ist laut Ayurveda unübertroffen.

„Mikrobiom“ (die Gesamtheit der im Darm beheimateten Keime)

In der modernen Medizin wurde der Darm lange sehr vernachlässigt. Erst die Forschung über das „Mikrobiom“ (die Gesamtheit der im Darm beheimateten Keime) hat einen unglaublichen Aufschwung in der Beschäftigung mit Darm und Darminhalt bewirkt.

Wer hätte vor 20 Jahren gedacht, dass der Darm mehr Bakterien beheimatet, als der Körper Zellen hat? Die Vielfalt der Darmkeime, von denen jeder von uns ungefähr 1000 verschiedene Arten beheimatet, gibt der Wissenschaft noch viele Rätsel auf.

Pflege der Darmflora ist im Ayurveda seit Jahrtausenden ein wichtiges Thema. Der Ayurveda weiß, wie sehr Gesundheit, Langlebigkeit und Immunität von einer starken Darmflora abhängen.

Wie steht es um Ihre Darmgesundheit? Was unternehmen Sie, um Ihre Darmflora regelmäßig zu regenerieren?

Gesunde Darmflora – kranke Darmflora

Wenn die Darmflora gesund ist, bemerken wir so gut wie nichts von ihr. Dann können wir so gut wie alle gängigen Nahrungsmittel zu uns nehmen, ohne dass Beschwerden entstehen. Nach dem Essen empfinden wir Sättigung, Wohlbefinden und Energie. Das Hungergefühl ist klar und die Ausscheidungen sind regelmäßig. Wir sind so gut wie nie krank. Es gibt weder Infekte, noch Allergien, noch Krebs.

Eine krankhafte Darmflora hingegen macht sich sofort bemerkbar: unregelmäßige Stuhlgänge, Verstopfung oder Durchfälle, Blähungen, Müdigkeit, Infektanfälligkeit… Nichts funktioniert mehr.

Die moderne mikrobiologische Forschung zeigt in solchen Fällen, dass die Darmflora aus dem Lot ist. „Gesunde“ Darmkeime wie z. B. Laktobazillen sind in der Unterzahl, „krankhafte“ Bakterien in der Überzahl.

Wodurch wird die Darmflora gestört?

Bei jeder Krankheit kommt es auch zu einer Verschiebung der Darmflora. Viele der für unsere Gesundheit notwendigen Keime werden durch Medikamente wie Antibiotika noch weiter dezimiert. Antibiotika und Umwelttoxine können die Zusammensetzung der Darmkeime dauerhaft verändern.

„Der Keim ist nichts, der Nährboden ist alles!“

Der französische Arzt Claude Bernard (1813 – 1878) war einer der führenden Ärzte seiner Zeit. Zusammen mit dem Biochemiker Louis Pasteur war er einer der Mitbegründer der Mikrobiologie (Lehre von den Kleinlebewesen wie Bakterien, Pilze und Viren).

Der Satz „Der Keim ist nichts, der Nährboden ist alles!“ machte Dr. Bernard berühmt. Damit behauptet er, dass krankhafte Keime nur dann im Körper Fuß fassen und sich vermehren können, wenn sie einen entsprechenden Nährboden finden.

Diese Behauptung deckt sich sowohl mit der Lehre des Ayurveda als auch mit den Erfahrungen bei der Corona-Pandemie. Zirka 2/3 der Corona-Patienten, die eine stationäre oder intensivmedizinische Behandlung brauchen, haben eine Vorerkrankung, die das innere Milieu des Körpers verändert und damit den Corona-Viren eine schnelle Vermehrung ermöglichen. Diese Vorerkrankungen sind: Altersdiabetes, Übergewicht und Bluthochdruck. (https://www.ahajournals.org/doi/10.1161/JAHA.120.019259)

Dieser Nährboden für Krankheiten wird im Ayurveda als Ama bezeichnet. Ama, wörtlich „das Unverdaute“, tritt immer dann vermehrt im Körper auf, wenn wie bei den oben genannten Zivilisationskrankheiten im Körper ein Überangebot an Zucker und (schlechten) Fetten vorliegt.

gesunde Darmkeime
gesunde Darmkeime
Infekt-Vorsorge

Durch Beseitigen von Ama nimmt man den pathogenen (krankhaften) Keimen das Futter – sie können sich weder ernähren noch vermehren. Ayurvedische Reinigungskuren wie z. B. Pancha Karma und unsere Webinar-Kuren sind die besten Methoden, um Ama aus dem Körper auszuleiten. Dadurch entsteht reichlich Ojas, der Körpersaft, der Immunität und Wohlbefinden garantiert.

Probiotische Therapie

Aus Sicht der Ayurveda-Medizin macht es wenig Sinn, probiotische Nahrungsergänzungen oder Medikamente einzunehmen, solange nicht Ama beseitigt wurde. Auch die gesunden Darmkeime brauchen ihren spezifischen Nährboden, und der ist Ojas, der Körpersaft für Immunität und Wohlbefinden.

Nachbehandlung nach Detox

Mit jeder Darmreinigung wird ein Großteil des Nährbodens für krankhafte Keime beseitigt, und gleichzeitig auch ein hoher Prozentsatz der Darmflora. Das ist der optimale Zeitpunkt, um gesunde probiotische Keime in den Körper einzubringen und ihnen eine realistische Chance zu geben, sich auf dem Nährboden von Ojas festzusetzen und zu vermehren.

Als klassisches Probiotikum wird dem Patienten hierzu nach jeder ayurvedischen Ausleitungstherapie dünnes Lassi gereicht, z. B. 16 Teile Wasser, 1 Teil Joghurt mit etwas Salz und Koriander.

Zum gleichen Zweck sind auch moderne Probiotika wie Omni Biotic Stress Repair oder Omni Lactis 10 von Biogena geeignet.

Zusammenfassung

Die Gesamtheit der Darmflora (Mikrobiom) besteht aus Milliarden von Keimen verschiedener Spezies. Ihre Zusammensetzung beeinflusst das Immunsystem und entscheidet über Gesundheit, Infektanfälligkeit und Allergieneigung.

Das innere Milieu des Körpers ist essenziell dafür, welche Keime sich vermehren können.

Durch regelmäßiges Entschlacken (Pancha Karma, Kräuter Detox) wird krankhaften Keimen der Nährboden entzogen und ein gesundes Mikrobiom kann sich ansiedeln.

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