Schlafstörungen

Einschlafprobleme weisen meist auf eine Vata-Störung hin. Schon die Beobachtung und Regulation der eigenen Schlafzeit kann ein Dosha-Ungleichgewicht beseitigen. Schlaf gehört zu den zwölf natürlichen Bedürfnissen (Urin, Stuhlgang, Flatus, Erbrechen, Ejakulation, Hunger, Durst, Niesen, Aufstoßen, Gähnen, Weinen und Schlaf), die niemals unterdrückt werden sollen.

Um einen gesunden Schlaf zu fördern, ist es ratsam, die folgenden Empfehlungen einzuhalten:

  • die Abendmahlzeit spätestens drei Stunden vor dem Schlafengehen einnehmen,
  • leichtverdaulich essen (z.B. Suppe [siehe REZEPTE VORSPEISEN UND SALATE] und Toast oder Papadam),
  • abends keine schweißtreibenden Aktivitäten oder Sinneseindrücke (Krimi) aufnehmen,
  • eventuell warme Milch, siehe Rezept Gewürzmilch,
  • spätestens um 22.00 Uhr ins Bett gehen.

Entspannungstherapie

Gandharva-Musik und Sama-Veda

Vedische Klänge sind ein probates Mittel, vor allem dann, wenn quälende Gedanken und innere Unruhe den Schlaf verhindern. Dabei reichen oft schon wenige Minuten, um den Geist zu beruhigen und in einen seligen Schlaf zu sinken. Ragas, die auf der Bansuri, der Bambus-Querflöte, gespielt werden, sind dem westlichen Ohr meist vertrauter als der Klang der Sitar oder Gesang. Es empfiehlt sich vor allem anfangs nur wenige Minuten der Musik zu lauschen, um sich an ihre Besonderheiten zu gewöhnen. Hat man sich dann aber erst einmal eingehört, dann ist man beeindruckt von dem ganzen Zauber der Tiefe und Wirksamkeit dieser Melodien und Klänge. Sama-Veda-Klänge beruhigen und stärken das Nervensystem und fördern einen erholsamen Schlaf mit guten Träumen. Fünf Minuten vor dem Schlafengehen gehört sind ausreichend.

Vedische Entspannungsverfahren, vor allem die Transzendentale Meditation, helfen Stress zu verarbeiten und das seelische Gleichgewicht wieder zu finden. Die TM hat sich bei Schlafstörungen unterschiedlicher Art sehr bewährt und ist in dieser Anwendung wissenschaftlich gut dokumentiert und belegt!

Aromen

Vata-Aromaöl oder Nidra-Öl enthalten beruhigende Essenzen, die auch den Schlaf fördern. Ein oder zwei Tropfen des Öls unter dem Kopfkissen oder von der Duftlampe verströmt, erzeugen eine entspannte und beruhigende Atmosphäre.

Hausmittel

Ein einfaches ayurvedisches Hausmittel ist die Gewürzmilch. Sie eignet sich für Vata belastete Personen, die später abends noch einmal einen Bedarf nach Nährstoffen spüren: 1 TL Ghee mit je einer Prise Kurkuma, Ingwer, Zimt, Kardamom in einer Tasse Milch aufkochen und vor dem Schlafengehen trinken. Hinweis: Die Milch ist bei Kapha-Typen oder Kapha-Belastungen (Schnupfen, Bronchitis, Übergewicht usw.) nicht geeignet, und die Abendmahlzeit sollte schon verdaut sein.

Um gut einschlafen zu können, ist es am besten, noch in der nun folgenden Kapha-Zeit ins Bett zu gehen. Besonders für Menschen mit Schlafstörungen ist eine Bettgehzeit vor 22:00 Uhr ein Muss. Auch wenn der Geist nicht gleich abschalten kann, wird im Körper Kapha, also Ruhe stabilisiert. Ein künstliches Wachhalten der Körperfunktionen in dieser Phase verstärkt den Vata-Einfluss in der Physiologie und wirkt gegen den natürlichen Schlafrythmus. Kapha bedeutet auch anabole Aktivität. Alles, was wir in dieser Zeit essen, wird eher zur Gewichtszunahme führen, als zu einer anderen Zeit. Speziell für übergewichtige Menschen empfiehlt es sich also, nach 18:00 Uhr nichts mehr zu essen. Dies deckt sich mit der modernen Empfehlung zum Dinner-canceling.

Gesunder Schlafplatz

Wichtig sind ein behagliches Wohnklima im Schlafraum, natürliche Bettwäsche und eine ordentliche Schlafmatratze aus Naturmaterialien. Federkernmatratzen können, wie Messungen ergeben haben, den Schlaf störende elektromagnetische Felder aufbauen. Vor allem in Verbindung mit Metallteilen im Lattenrost, der deshalb am besten aus Holz sein sollte. Auch geopathische Belastungen sind zu beachten. Sie können den Schlaf empfindlich stören, ebenso wie elektrische Spannungsfelder in der Nähe des Bettes, hervorgerufen zum Beispiel durch Elektrogeräte oder Radiowecker. Netzfreischalter, die vom Elektriker leicht eingebaut werden können, schaffen Abhilfe bei Elektrosmog. Nach Maharishi-Sthapatya-Veda, der alten Vedischen Baukunst (s.Seite 246), spielen auch die Anordnung der Räume im Wohnhaus, die Platzierung des Gebäudes und noch viele andere Aspekte eine bedeutende Rolle für Behaglichkeit und gesundes Wohnen und Schlafen.

Die beste Schlafrichtung ist mit dem Kopf in Richtung Osten, die zweitbeste nach Süden, aber auf keine Fall den Norden, wie von anderen Denkrichtungen empfohlen. Im Osten geht jeden Tag die Sonne auf und darum symbolisiert der Osten den Anfang und das Aufkommen von Energie. Die Morgensonne spendet Licht, ohne allzu sehr zu erhitzen. Der Osten verweist im Traum auf den Frühling, die Jahreszeit der Jugend und der Hoffnung. In der Psychologie zeigt das Traumsymbol Osten an, dass sich der Träumende möglicherweise einem neuen Leben oder einem Neubeginn zuwendet. Für einen erfrischenden und tiefen Schlaf sollte der Kopf während der Nachtruhe nach Osten oder Süden gebettet werden. Der Maharishi-Ayurveda empfiehlt, nachts auf der rechten Seite zu schlafen, um so das Herz zu entlasten. Liegt der Kopf nun im Süden und die Beine im Norden schaut man wiederrum nach Osten.

Dieser Text ist ein Auszug aus dem Buch „Ayurveda Grundlagen und Anwendungen“ (Dr. Schachinger und Dr. Schrott).

Nähere Informationen können Sie aus oben genannter Literatur entnehmen.

 

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