Zucker – die stille Gefahr

Je mehr wir uns den Weihnachtsfeiertagen nähern, umso mehr Süßigkeiten stehen auf dem Speiseplan. Sie werden verführerisch aufgetischt und sollen uns die dunkle Jahreszeit versüßen. Auch die ayurvedischen Texte empfehlen, in der dunklen, von Vata dominierten Jahreszeit die Geschmacksrichtung süß vermehrt zu sich zu nehmen. Ist das eine Aufforderung, mehr Zucker zu konsumieren? Studien der letzten Jahre zeigen viele Risiken von Zuckerkonsum auf.

Wie schädlich ist Zucker wirklich?
Kann Zucker süchtig machen?

Zucker - die stille Gefahr

„Wenn ich müde oder gestresst bin, brauche ich mein Stück Schokolade!“ Diese Aussage hören wir oft von unseren Patienten und Patientinnen. Zucker scheint ein „Seelentröster“ zu sein. Und das erklärt auch, warum er in Zeiten starker Stressbelastung besonders „wichtig“ wird. Das Ganze hat leider einen Haken: es ist ganz schwierig, den einmal gewohnten Zuckerkonsum einzustellen.

Zucker hat ein hohes Suchtpotenzial. In Tierversuchen wirkt Zucker stärker  suchtbildend als Kokain: gestresste Tiere greifen in 94% zu Zucker statt zu einem Suchtmittel  wie Kokain (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC1931610/).

Zucker als Stresskiller – Geschmacksrichtung süß reduziert Vata

Laut Ayurveda gleicht die Geschmacksrichtung süß Vata aus. Diese Geschmacksrichtung ist jedoch nicht nur in Zucker enthalten, sondern auch weniger konzentriert in Getreiden, Ölen, eiweißhaltigen Speisen und Früchten. In der Entwicklungsgeschichte gab es nie so konzentrierte Süßigkeiten wie den heute praktisch überall verwendeten Zucker.

Die Geschmacksrichtung süß aktiviert ein Belohnungssystem im Gehirn.  Durch die hohe Konzentration von Süße im Zucker wird das „Belohnungszentrum“ im Gehirn überproportional stimuliert, was zur Sucht führt. Menschen mit Vata-Überschuss durch Stress oder mit vorherrschendem Kapha (dazu gehören auch alle Kinder) sind für Zuckersucht besonders gefährdet.

Zucker ist (fast) überall

Haben Sie schon einmal versucht, eine Woche vollständig ohne Zucker zu leben? Das ist fast unmöglich. Wenn man die Zusammensetzung von fertigen Nahrungsmitteln genau unter die Lupe nimmt, stellt man fest, dass Zucker fast überall beigemengt ist. Nicht nur Süßspeisen, auch viele Brotsorten, Wurst, Aufstriche und eingelegte Gemüse haben einen unterschiedlich hohen Zuckergehalt, ganz zu schweigen von Getränken und süßen oder salzigen Snacks. Die Nahrungsmittelindustrie beschäftigt eigene „Food Designer“, die Fertig-Nahrungsmittel so zusammenstellen, dass der Geschmack möglichst ansprechend wird. Das soll den Konsumenten dazu veranlassen, mehr davon zu essen, als er eigentlich braucht, um seinen Hunger zu stillen.

Bewiesene Gesundheitsrisiken von Zucker

Eine neue Studie im British Medical Journal (https://www.bmj.com/content/366/bmj.l2408) verbindet den Konsum zuckerhältiger Getränke mit höherem Krebsrisiko. In dieser Studie wurden 100.000 Erwachsene im Durchschnittsalter von 42 Jahren bewertet. Die Studienteilnehmer mussten 9 Jahre lang ihren täglichen Konsum zuckerhältiger Getränke einschließlich reiner Fruchtsäfte aufzeichnen. Sogar der Konsum von weniger als 100g Zucker pro Tag erhöhte das allgemeine Krebsrisiko um 18%, das Brustkrebsrisiko um 22%. Das entspricht einem Liter Cola, Red Bull, Limo oder Fruchtsaft wie Apfelsaft pro Tag.  Bei manchen Energy Drinks sind 27 Stück Würfelzucker pro Halbliter enthalten.

Dabei muss der Zucker nicht aus Getränken stammen, um das Krankheitsrisiko zu erhöhen. Eine Ernährung, die einen hohen Gehalt an raffinierten Kohlenhydraten (=Zucker) in Speisen und Getränken aufweist, wird in Langzeitstudien mit folgenden Krankheitsbildern in Verbindung gebracht: Übergewicht, Insulinresistenz und Typ-2-Diabetes, Herzinfarkt, Schlaganfall und Alzheimer-Demenz.

Zuckerindustrie mächtiger als Produzenten von Speisefetten

Eine Studie aus einer der seriösesten Ärztezeitungen der Welt aus dem Jahr 2016 (https://jamanetwork.com/journals/jamainternalmedicine/article-abstract/2548255) fand heraus, dass die Zuckerindustrie in den 1960er Jahren bestechliche Wissenschaftler dafür bezahlte, mögliche gesundheitliche Gefahren von Zucker unter den Tisch zu kehren. Stattdessen behaupteten diese „Forscher“, dass Fett und Cholesterin die Ursache von Herzinfarkt und Co. sind und verharmlosten die bewiesene Rolle von Zuckerkonsum als Risikofaktor.

Wie komme ich weg vom Zucker?

Der Maharishi Ayurveda bietet drei wichtige Strategien an, um schädlichen Zuckerkonsum zu reduzieren. Die Betonung liegt auf reduzieren. Völliger Verzicht auf Zucker ist heutzutage kaum möglich und für ein gesundes Leben nicht absolut notwendig.

Achten Sie auf folgende Tipps:

  1. Vollwertige Ernährung aus biologischer Landwirtschaft mit allen 6 Geschmacksrichtungen. Wer vollwertig isst, gibt seinem Gehirn zusätzliche Informationen für das Belohnungssystem und kann deswegen auf zuckerhältige Speisen und Getränke leichter verzichten.
  2. Verzicht auf sämtliche Zwischenmahlzeiten. Als Zwischenmahlzeit zählt alles, was mehr Nährwert als reines Wasser oder ungesüßter Tee hat. Das mag anfangs sehr schwer erscheinen. Es kann gut gelingen, wenn man die Zwischenmahlzeiten (und Getränke) durch schluckweises Trinken von heißem Wasser ersetzt.
  3. Mindestens 2-mal jährlich eine ayurvedische Reinigungskur. Dafür bieten sich unsere Kräuter-Detox Kur und unsere Webinare an.