Ayurvedische Tipps für gesundes Herz und ausgewogene Emotionen

An diesem Wochenende ist Valentinstag – Tag der Blumen und Tag der Liebe.
Mit dem Blumenstrauß zum Valentinstag schenken wir Symbole des Frühlings und der Liebe.

Liebe ist die stärkste Emotion, die wir als Mensch erleben können. Das Herz ist das Sinnbild der Liebe.

Aus der Sicht des Ayurveda besteht das Herz aus 2 Komponenten: dem „physischen Herz“, der Muskelmasse, die unaufhörlich Blut und Vitalstoffe durch unseren Kreislauf pumpt, und dem „emotionalen Herz“, das Liebe, Freude, Trauer und alle anderen menschlichen Gefühle erfährt.

Ayurvedische Tipps für gesundes Herz und ausgewogene Emotionen

Herzmuskel – Avalambaka Kapha

Damit das Herz kräftig pumpen und täglich Leistung bringen kann, braucht es die Unterstützung von Kapha. Wenn Kapha im Gleichgewicht ist, schlägt das Herz kräftig, ruhig und regelmäßig. Körperliche Höchstleistungen in Beruf und Sport können mühelos geschafft werden. Ist Kapha im Ungleichgewicht, dann fehlt diese Kraft. Am Beginn einer Störung von Avalambaka Kapha spürt man vor allem Müdigkeit und Antriebsschwäche. Wenn das Ungleichgewicht länger besteht, kommt es zu organischen Störungen mit Wassereinlagerungen und Atemnot.

Emotionales Herz – Sadhaka Pitta

Ist Pitta im Gleichgewicht, dann können wir unsere Emotionen voll genießen, ohne davon überschattet zu werden. Ein Zuviel an Pitta führt zu überschießender Leidenschaft und zu Emotionen, die uns beherrschen. Zorn, Eifersucht, übertriebene Gefühle, Abhängigkeit von Stimulantien und übertriebener Ehrgeiz sind häufige Symptome, wenn Sadhaka Pitta nicht im Gleichgewicht ist.

Ojas – Bindeglied zwischen Körper und Emotionen

In den klassischen Texten wird das Herz als Hauptsitz von Ojas beschrieben. Diese feinste Substanz, die unser Körper produzieren kann, hält Geist und Körper, Leib und Seele, Herzmuskel und Emotionen zusammen. Mit dem Wissen, dass Ojas seinen Hauptsitz im Herzen hat, wird auch klar, warum es wichtig ist, sich um das Herz zu kümmern, damit es gesund bleibt und uns ein langes Leben ermöglicht.

Ojas ist das Endprodukt, wenn die aufgenommene Nahrung durch ein gut funktionierendes Verdauungssystem immer mehr verfeinert wird. Je mehr Ojas wir produzieren können, umso besser funktioniert die Verbindung zwischen Geist und Körper, zwischen Avalambaka Kapha (Herzkraft) und Sadhaka Pitta (Emotionen). Mangel an Ojas schwächt die physische Kraft des Herzens und bringt auch die Emotionen durcheinander.

Ojas wird vor allem dann zu stark verbraucht, wenn wir uns ständig überanstrengen – im Beruf, im Sport, bei mehr oder weniger nötigen Verpflichtungen. Das kann zu physischen Erkrankungen des Herzens führen. Typisch ist der Herzinfarkt in den besten Lebensjahren. Wenn Ojas aufgebraucht ist und fehlt, sind auch die Emotionen im Keller – Erschöpfung, Depressionen und Stimmungsschwankungen sind die Folge.

5 Regeln für starkes Herz und ausgewogene Emotionen
  1. Regelmäßigkeit im Tagesablauf

Das Herz ist ein rhythmisch arbeitendes Organ. Regelmäßigkeit im Tagesablauf beeinflusst den Herzrhythmus positiv, Unregelmäßigkeiten wirken negativ und können zu Herz-Rhythmusstörungen führen.

Besonders ungünstig wirken sich Unregelmäßigkeiten bei den Schlafgewohnheiten wie z. B. Nachtdienste oder fehlender Schlaf vor Mitternacht aus. Wer Nachtdienste machen muss, sollte unbedingt besonderes Augenmerk auf Ruhepausen und Regelmäßigkeit an den übrigen Tagen legen. Früh zu Bett und früh heraus ist laut Ayurveda ein herzgesundes Lebensmotto!

Auch unregelmäßige Mahlzeiten oder Hauptmahlzeiten zur falschen Tageszeit beeinträchtigen Herzkraft und Emotionen. Die Empfehlung lautet: Hauptmahlzeit mittags, Mahlzeiten meiden zwischen 19:30 und 6:00.

Ayurvedische Ernährung

  1. Leichte frische Nahrungsmittel

Darin sind sich Ayurveda und moderne Medizin einig: zu schwere, zu fette Ernährung belastet das Herz und kann zu Verstopfung der Blutgefäße (Herzinfarkt, Schlaganfall) führen.

Am besten ist frisch gekochte und jahreszeitlich angepasste Ernährung. Ojas kann nur entstehen, wenn die Nahrung fertig verdaut werden kann. Dazu brauchen wir Pausen zwischen den Mahlzeiten. Ein kräftiges Hungergefühl gibt uns das gültige Signal zur nächsten Mahlzeit.

Laut Ayurveda sind Fette in der Nahrung wichtig, um uns satt und zufrieden zu machen. Eine fettfreie Ernährung, wie sie für Herzpatienten in der modernen Medizin oft empfohlen wird, ist aus ayurvedischer Sicht nicht gesundheitsförderlich.

In diesem Zusammenhang möchten wir den Wert von Ghee  und von hochungesättigten Fettsäuren (enthalten in Leinöl, Hanföl, Algenöl bzw. Fischöl) betonen. Sie sorgen für Herzkraft und stabile Emotionen.

  1. Die richtige Dosis Bewegung

Nur wer sich ausreichend bewegt, kann das Herz bis ins hohe Alter gesund erhalten. Bewegung aktiviert den Kreislauf und hilft uns, den Stress, den wir im Alltag aufbauen, zu verarbeiten.

Kennen Sie den Unterschied zwischen einem Wildbach und einem Tümpel? Das Wasser in Tümpeln ist trüb, schlierig und modrig. Im Wildbach hingegen ist das Wasser klar, frisch, durchsichtig und vital. Tümpel und Wildbach beinhalten das gleiche Wasser. Aber nur solange es in Bewegung ist, bleibt es rein. Wenn es stagniert, wird es von Moos, Algen und Keimen überwuchert.

Unser Körper besteht zu 65 – 70 % aus Wasser. Wer sich nicht bewegt, begünstigt Verschlackung und  Überwucherung des Körpers mit ausscheidungspflichtigen Substanzen. Bewegung ist ein wichtiges Mittel, um den Körper von Altlasten zu befreien und die Blutgefäße durchgängig zu halten.

Die beste Wirkung auf Gesundheit hat Bewegung, bei der wir uns nicht überanstrengen. Das Maß dafür ist, dass bei körperlicher Betätigung Nasenatmung ausreicht und die Herzfrequenz nicht übertrieben gesteigert wird.

  1. Regelmäßig Entschlacken

Nur wer regelmäßig durch Ausleitungsverfahren (Panchakarma) Altlasten beseitigt, erhält aus der Sicht der klassischen ayurvedischen Texte Geist und Körper gesund. Obwohl Entschlacken ein körperlicher Vorgang ist, berichten Teilnehmer von ayurvedischen Detox-Kuren, wie sehr durch die körperliche Reinigung ihre Emotionen ausgewogen sind.

In einer Pilotstudie in unserer Praxis  konnten wir zeigen, dass durch Entschlacken die Risikofaktoren für Herz-Kreislauferkrankungen deutlich reduziert wurden. Guter Cholesterin-Spiegel, normaler Blutdruck und ausgewogene Emotionen können schon mit kurzen Reinigungskuren zuhause erreicht werden, noch mehr durch stationäre Panchakarma-Kuren.

  1. Aufs Herz hören – Belastendes aufarbeiten

„Man sieht nur mit dem Herzen gut“ sagt der kleine Prinz von Antoine de Saint-Exupéry. Tiefe Wahrheiten erkennen wir nicht durch Nachdenken, sondern spontan in der Tiefe unseres Herzens.

Unser Geist-Körper-System funktioniert so: das was gut tut, ist gut. Alles, was uns Wohlbefinden und Zufriedenheit schafft, tut uns gut und ist gut für uns.

Gesundheit und Wohlbefinden in Zeiten der Krise

Leider haben wir verlernt, auf diesen wichtigen Impuls in unserem Herzen zu hören. Damit wir unsere Lebensziele erreichen können, ist es entscheidend, dass wir mehr und mehr lernen, das, was gut tut, in unserem Inneren zu spüren und auch zu leben. Das gilt für alle Lebensbereiche: Beruf, Familie, Freizeit, Ernährung…

Eines der besten Instrumente, um die Feinfühligkeit des Herzens zu schulen, ist Meditation. Wir empfehlen aus eigener langjähriger Erfahrung und aufgrund unzähliger wissenschaftlicher Studien die regelmäßige Ausübung der Transzendentalen Meditation. Diese einfache Übung hilft, die feinsten Impulse des Herzens mehr und mehr wahrzunehmen.

Zusammenfassung

Laut Ayurveda besteht unser Herz aus einem physischen (Herzmuskel, Avalambaka Kapha) und einem geistigen Aspekt (Emotionen, Sadhaka Pitta). Ein gesundes Herz, das für Leistungsfähigkeit und Langlebigkeit unverzichtbar ist, wird durch Ojas genährt und  vital gehalten.

In einer stressgeladenen Zeit wie heute ist es notwendig, sich um Herzgesundheit zu kümmern.
Regelmäßiger Tagesablauf,
frische Nahrung zum richtigen Zeitpunkt,
regelmäßige und mäßige Bewegung,
ayurvedische Reinigungskuren und (Transzendentale) Meditation
sind wichtige Hilfen für ein dauerhaft gesundes Herz und ausgewogene Emotionen.

Lesen Sie hier, mit welchen Tests wir in unserer Praxis Ihre Herzgesundheit bzw. Ihr Herz-Kreislauf-Risiko analysieren.