Was bedeuten meine Laborwerte? #9

Was fehlt mir?
Antworten aus unseren erweiterten Blutanalysen Teil 1

„Herr/Frau Doktor ich bringe meine Blutwerte mit zur Untersuchung! Mein Hausarzt / mein Internist hat schon alles untersucht, er hat ein großes Blutbild veranlasst,“ sagt Frau Helga F. bei der Anmeldung zu ihrer Konsultation in unserer Praxis.

Trotzdem wird bei uns noch Blut abgenommen. Warum?

Was bedeuten meine Laborwerte?

Bei Laboruntersuchungen, die üblicherweise von Hausärzten und Internisten veranlasst werden, werden vor allem die bekannten Risikofaktoren für Herz- Kreislauferkrankungen untersucht: Blutbild, Blutfette, Blutzucker, Leber- und Nierenwerte.

Damit geben wir uns nicht zufrieden. Wir wollen nicht nur wissen, ob ein ernsthaftes Herz- Kreislaufrisiko besteht, sondern auch, ob der Körper mit den wichtigsten Vitalstoffen gut versorgt ist.

Bei jedem Auto, das man kauft, weiß man, mit welcher Leistungsfähigkeit es ausgestattet ist. Wenn der Motor schwach ist, muss man in Kauf nehmen, dass es bergauf langsam geht und dass überholen ein Risiko ist. Die Leistungsfähigkeit unseres Körpers hängt ganz wesentlich von der Versorgung mit Mikronährstoffen ab. Wer beruflich oder privat gefordert ist, braucht Energiereserven. Ziel unserer Laboruntersuchungen ist, herauszufinden, ob und in welchem Ausmaß Reserven für Leistung, Resilienz und Regenerationsfähigkeit vorhanden sind.

Diese Faktoren hängen stark damit zusammen, ob wir ausreichend Vitamine, Mineralstoffe, bestimmte Aminosäuren und Hormone in unserem Blut durch den Körper transportieren. Blut ist das flüssige Körpergewebe, das alle Vitalstoffe zu den anderen Geweben und Organen verteilt. Kann man einen Mangel im Blut feststellen, so besteht dieser automatisch auch für alle anderen Gewebe.

Blutabnahme

BlutabnahmeNormalerweise sollte eine Blutabnahme nüchtern und in der Zeit von 7 bis 10 Uhr erfolgen. Dies gilt besonders für Blutwerte, die Auskunft über die Stoffwechselsituation geben und für Werte, die sich mit den Biorhythmen ändern, wie z.B. die Schilddrüsenhormone. Um die verschiedensten Parameter messen zu können, sind mehrere Blutröhrchen notwendig. Sie enthalten unterschiedliche Lösungsmittel, die das Blut flüssig halten. Das erscheint manchmal bedrohlich, wenn unsere Laborantin gleich mit 5 oder 6 Röhrchen anrückt. „Bleibt da noch Blut für mich übrig?“ ist eine häufig gestellte Frage. Keine Angst, sogar wenn man 5 – 6 Blutröhrchen entnimmt, ist das nur ca. 1% der gesamten Blutmenge des Körpers, die innerhalb weniger Stunden regeneriert werden können.

Die modernen Blutabnahmekanülen sind außerdem so gut geschliffen, dass der Stich kaum mehr schmerzt. Das gilt auch für Kinder!

Sofortanalyse

Unmittelbar nach der Blutabnahme werden in unserem eigenen Labor das rote und weiße Blutbild, der Entzündungswert CRP, der Blutzucker und die Blutsenkungsreaktion bestimmt. Für alle weiteren Analysen werden die Blutröhrchen an Speziallabors weitergeleitet.

Blutbild und Entzündungswerte können schon auf ernsthafte chronische Probleme hinweisen und Indikatoren für eine rasche Therapieeinleitung sein.

Harnuntersuchung

Außer diesen Werten wird auch der Harn sofort bei uns analysiert. Im Gegensatz zu vielen anderen Ärzten achten wir auch sehr auf den pH-Wert des Urins. Dieser Wert gibt den Säuregehalt wieder und ist dadurch ein erster Indikator für eine mögliche Stoffwechselübersäuerung. Das ist bei Menschen, die sehr unter Stress stehen und/oder sich „modern“ mit einer kohlenhydrat- und zuckerreichen Ernährung versorgen, sehr häufig. Das kann schon ein erster Indikator dafür sein, dass ein Basenpulver zum Abpuffern der überschüssigen Säure sinnvoll ist.

Vorsorgeuntersuchung

Die von den österreichischen Krankenkassen bezahlte Vorsorgeuntersuchung enthält nur sehr wenige Laborwerte: Blutbild, Blutzucker, Cholesterin, Triglyceride, den Leberwert Gamma GT  und die Harnanalyse. Mit diesen Werten kann man ein Risiko für folgende Erkrankungen ablesen: Anämie, zu hohe Blutfette als Risiko für das Herz, Diabetes und Leberbelastungen.

Der Hintergrund für dieses sehr eingeschränkte Untersuchungsprogramm ist, dass für diese Erkrankungen stark propagierte medikamentöse Therapien zur Verfügung stehen. Diese Werte sagen jedoch nichts darüber aus, ob jemand leistungsfähig ist oder sich krank fühlt, ob die Biorhythmen wie Schlaf während der Nacht und Frische während des Tages funktionieren, ob Allergien oder Nahrungsunverträglichkeiten das Leben schwer machen oder ob jemand unter hormonellen Störungen wie einer Fehlfunktion der Schilddrüse oder Beschwerden der Wechseljahre leidet.

Erweitertes Laborprofil
    1. Mikronährstoffe im Vollblut
      Die Mineralstoffe Kalium, Magnesium, Kupfer, Zink, Selen und Eisen haben Schlüsselfunktion für eine Vielzahl von Stoffwechselprozessen. Diese Substanzen lassen wir aus dem Vollblut bestimmen. Normalerweise werden diese aus dem Serum (flüssiger Blutanteil) bestimmt. Die Serumanalyse spiegelt nur eine Momentaufnahme des Elektrolythaushaltes wider. Die Analyse im Vollblut ermöglicht es, die Speicher und somit die Reserven der Zellen zu bestimmen. Durch die Vollblutanalyse können wir den realen Mangel oder Überschuss eines dieser Mineralstoffe feststellen.
      Mineralstoffe
    2. Vitamine
      Wie wichtig Vitamine für unsere Gesundheit sind ist jedem Menschen bekannt. Durch die Überbewirtschaftung von Ackerböden und durch moderne Verarbeitung von Lebensmitteln ist unsere Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen in den letzten Jahrzehnten zumindest halbiert worden. Durch Stress steigt der Verbrauch. Wir sind also in einer zunehmenden Schere von schlechterer Versorgung und höherem Verbrauch gefangen.Wir messen bei JEDEM Patienten die lebenswichtigen Vitamine B12, B9 (Folsäure) und D, weitere Vitamine, wenn aufgrund von Beschwerden Mangelzustände anzunehmen sind.Wie wichtig die Versorgung mit den oben genannten Vitaminen ist, wurde in den letzten Jahren zunehmend mehr diskutiert. Wie überall gibt es die unterschiedlichsten Reaktionen auf diese Diskussion: Kopf in den Sand – betrifft mich nicht oder massive Überdosierung. Da jeder Mensch unterschiedlich auf die Einnahme von Vitaminen reagiert, gibt nur die Blutanalyse Aufschluss über eine fach- und körpergerechte Versorgung.
      Vitamine
Zusammenfassung

Übliche Laboruntersuchungen erfassen nur einen kleinen Teil von Risikofaktoren und krankheitsrelevanten Parametern. Auch wenn Hausarzt oder Internist „alles“ untersucht haben: es gibt immer noch Möglichkeiten, mit modernen Labormethoden bestimmten Mängeln oder Krankheitsursachen auf den Grund zu gehen.

In unserer Praxis versuchen wir, aufgrund von Anamnese und Pulsdiagnose eine möglichst gezielte Labordiagnostik durchzuführen. Dadurch ergeben sich wertvolle Hinweise für eine wirkungsvolle Therapie. Gesundheit und Vitalität ist das Ziel.

Teil 2 zu erweiterten Laboruntersuchungen in unserer Praxis folgt im nächsten Newsletter in 2 Wochen. Die weiteren Themen sind die Analyse von Hormonen, Allergenen und Antikörpern.